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Ironische Lebenslust

Jeden Tag quäle ich mich aufzustehen,
um mein warmes, kuscheliges Bett aufzugeben,
um in den rauhen, trostlosen Alltag hinabzusteigen.
Straßen sind erfüllt von schmerzverzerrten Gesichtern,
worunter eines vom anderen sich nicht unterscheiden lässt.
Eine graue Wolkenschicht schmückt nun den einst klaren, blauen Himmel.

Tropfen für Tropfen wird die Freude fortgeschwemmt,
bis nichts als Wut und Trauer übrig bleiben.
Blumen haben aufgegeben, ihre schöne Pracht zu geben,
stattdessen sieht man nichts als grauen, undurchsichtigen Nebel.

Das eigene Ich wird getäuscht von blinder Wut.
Dort wo einst die Liebe ihren Platz verteidigt,
hat jetzt das tiefe, schwarze Nichts sich breit gemacht.
Wozu sich noch kümmern, um etwas,
das längst vergessen.
Lieber würd ich jetzt sterben, als allein dem Tod entgegen zu sehen.
Die Trauer hat den letzten Funken Liebe in meinem Herzen vertrieben,
jetzt bin ich leer, nun kann alles von neuem beginnen!

Langsam füllt sich mein Körper, aber das was ich fühle,
erfüllt mich mit Scham.
Mein Geist verzerrt sich nach Liebe,
mein Körper nach Zärtlichkeit,
doch das, was ich bekomme, ist noch schlimmer als der Tod.

Alles, was zu sein scheint, ist mir irgendwie fremd.
Hab keinen Bezug zur Realität,
doch wo befinde ich mich dann?
Jeder versucht zu verstecken, was er fühlt,
aber was fühle ich?

So viele Fragen, doch keine Antworten.
Alles verschwimmt vor meinen Augen,
ohne Halt und ohne Rücksicht versinkt die Welt im Nichts.
Ich falle in ein tiefes Loch aus Verzweiflung.
Niemand hilft, keiner ist da, bei dem ich mich festhalten kann.

Um mich herum ist eine Mauer.
So undurchlässig, dass keiner mein Schreien hört.
Über mir ist ein Licht, es scheint so nah.
So nah, und ich versuche nach dem Licht zu greifen.
Doch umso näher ich ihm komme, desto weiter geht es fort,
und letztlich bleibe ich allein im Dunkeln.
Ich höre das Lachen, und Höhnen um mich herum.
Vergebens versuche ich ihm zu entfliehen,
aber es gelingt mir nicht.

Ich kann mein eigenes Ich sehen, wie hilflos es aussieht.
Es krümmt sich vor Schmerzen,
es zittert vor Angst.
Aber wovor habe ich Angst?
Mein Körper zerfällt in Mittleidenschaft.
Warum kann ich nicht sterben?
Keiner, der sagt "Tu's nicht!",
nur meine eigene Stimme höre ich sagen "Tu es, tu es doch endlich!".

Ich stehe im Regen,
durchnässt sind meine Sachen, zerstreut meine Gedanken.
Ich sehne mich nach dem Tod,
bringt der Tod mir dann Freude?
Ich glaube schon.

Mein Körper ist vollgepumpt mit Trauer.
Trauer, dass sich meine Seele nicht von der Welt verabschieden will.
Also werde ich es wohl ertragen müssen,

MEIN DASEIN JEDEN TAG!!!